And we better learn to say our goodbyes.

Dies wird mein letzter Eintrag in diesem Blog sein.

Nicht, weil ich eine andere Schreibmöglichkeit habe, nicht, weil ich heute Nacht auf's Dach klettere und mich umbringe; nein: Ich werde ein neues Leben beginnen. Ich werde die Welt anlächeln. Ich werde nicht stundenlang auf den hoffnungslosen Momenten herumhacken, ich werde versuchen, stark zu sein und mich von der Angst nicht besiegen lassen. Ich werde lernen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin, und ich werde nicht aufgeben.

Das Schreiben hier hat mir geholfen, so einige Ordnung in meine verworrene Gedankenwelt zu bringen. Ich werde nicht aufhören zu schreiben, aber unter all die einsamen, verzweifelten Nächte möchte ich einen Schlussstrich ziehen. Ich weiß nicht, ob sie wiederkommen, aber wenn sie da sind, werde ich sie höflich bitten, zu gehen. Und sie anlächeln. Weil ich weiß, dass es allein an mir liegt, ob sie mich beherrschen - oder nicht.

 Lebt wohl & ein schönes Leben an alle, die ab und zu hier vorbeigeschaut und manchmal Kommentare da gelassen haben. Es ist schön zu wissen, dass es euch gibt.

18.6.09 14:45, kommentieren

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all would be clear then

es ändert sich etwas.
ich ziehe aus.
ich werde allein sein, aber auch frei.
in einer größeren stadt.
ich überlege, einen psychotherapeuten aufzusuchen. in mir kämpft das für und wider, und das wider fragt, warum?, und das für sagt, ich habe keine ahnung, deswegen will ich doch.

ich fühle mich nicht mehr real. ich rede und lache und gehe und tue, aber ich bin nicht wirklich da. ich stehe immer daneben, alles ist irgendwie gleichgültig -
aber ich wäre gern anwesend. ich werde ein telefon haben und ein telefonbuch und die sprechzeiten. dann werde ich mit zittrigen fingern die nummern wählen und ein bisschen heulen, und wenn ich die erste sitzung ausgemacht habe, werde ich glücklich sein und noch mehr heulen. ich werde mir eine selbsthilfegruppe suchen, um die wartezeit zu überbrücken.

alles wird gut werden. es ist auf einmal in greifbare nähe gerückt. aber die angst auch, sie wächst mit der hoffnung. es fühlt sich an wie zerbrechen.

1 Kommentar 4.6.09 23:35, kommentieren

but arda's spring went by

wir umschleichen uns, die angst und ich; sorgfältig darauf bedacht, der jeweils anderen ja nicht den rücken zuzudrehen. ich beobachte sie argwöhnisch: zähle ihre angriffe, notiere akribisch ihre vorgehensweise, halte fest, was sie anrichtet; in der hoffnung, sie irgendwann zu durchschauen - und zu besiegen. aber es scheint, als hätte sie keine schwachpunkte. invinctus, ganz im gegensatz zu mir. ich fürchte mich davor, dass sie eines tages gewinnen könnte.

1 Kommentar 10.5.09 00:48, kommentieren

we can't wake again from this dream

Distanz = Nähe.

Es tut weh, irgendwie; es fühlt sich an wie drei Schritte zurück, wenn schon ein halber nach vorn so hart erkämpft ist.

3.5.09 02:18, kommentieren

just know: i tried my best to fight...

...und wieder sitze ich da und denke nach, und drehe und wende und suche den Ausweg... und stelle fest, dass sie mittlerweile von einer seltsamen Vertrautheit sind, diese Abende; dass ich sie mittlerweile unterscheide nach ihren Symptomen: ob ich wieder vor dem weißen Bildschirmfeld mit den kleinen schwarzen Buchstaben lande, die alles festhalten und durchanalysieren, oder ob ich heulend auf dem Bett liege und verzweifelt in mein Kissen schreie, wenn mir der Moment so glasklar und brutal in meine zerbrechliche Gedankenwelt tritt, dass für kaum etwas anderes mehr Platz ist als den Schmerz der Aussicht, für den Rest meines Lebens allein zu sein; nicht allein genug, um als allein zu gelten, aber so distanziert, dass man sich nicht mehr anwesend fühlt...

29.4.09 01:24, kommentieren

"Heut Nacht kann ich die trübsten, traurigsten Verse schreiben..."

...schamlos Pablo Neruda zitiert.

Ja, kann ich. Denn es ist alles seltsam im Moment: Der Gedanke, dass ich bald nicht mehr hier sein werde, sondern irgendwo, wer weiß wo; und alles wird neu und groß und beängsigend sein; oder ich werde feststellen, dass es im Prinzip dasselbe ist wie hier, nur größer und grauer. Davor habe ich Angst. Weil ich manchmal diese Anwandlungen von Erkenntnis habe, in denen mir die Sinnlosigkeit meines Daseins klar vor Augen steht - weil ich mich an keinen einzigen glücklichen Moment erinnern kann, weil ich nicht mehr weiß, wie das geht: sich ehrlich über etwas freuen. Weil ich mir alles, ALLES, kaputtmache, durch meine ewigen Grübeleien und das Auseinanderpflücken und Schlechtmachen, aber aufhören kann ich damit nicht.

Ich habe mich distanziert. Meine Gefühle weggeschlossen. Im verzweifelten Versuch, mich vor dieser feindlichen Welt zu schützen, dreht sich alles nur noch um mich, mich, mich. Es ist traurig, wenn ich mit Freunden unterwegs bin und mir denke, dass ich wieder einmal bewiesen habe, wie sozial ich doch bin.

Wem ich etwas beweisen will, weiß ich nicht. Es ist ein grauenhafter Zustand. Ich würde gern wieder fühlen, empfinden; meinetwegen auch verletzt werden, aber das ist wenigstens etwas!

Und ich weiß mittlerweile, dass ich mich nicht vor der Welt schützen muss, sondern vor mir selbst: aber wie, das kann ich nicht sagen.

1 Kommentar 31.3.09 00:29, kommentieren

Schweigeminute, Winnenden

Den Kopf gesenkt. Die Hände gefaltet. Stille.
Die Sonne malt Streifen aus Licht auf meine Haut.


Nein, ich werde keine Angst haben, bloß weil die Menschen langsam begreifen, dass etwas mit ihrem System nicht funktioniert. Dass es nicht die Computerspiele sind und nicht die TV-Serien, weil es nicht immer einen leblosen Gegenstand gibt, auf den man die Schuld abwälzen kann.
Denn die Gewalt sitzt genau hier, in unseren Herzen: in falschen Prioritäten und heruntergeschluckter Wut, in Vernachlässigung und Hilflosigkeit.

Angst macht nichts besser. Angst hindert uns nur, das zu tun, was nötig wäre - daran, mit Mut statt Einschüchterung denen zur Seite zu stehen, die es nötig haben; und das sind nicht nur die Opfer.

12.3.09 17:34, kommentieren