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I'm your favourite drug

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich glaube, dass es zu Ende geht.
Was aussah wie ein Neubeginn, entpuppt sich nun als der Anfang einer größeren Katastrophe...
Natürlich ist es subjektiv. Natürlich sieht morgen alles anders aus. Aber bis dahin muss ich noch eine lange, quälende Ewigkeit hinter mich bringen.

Ich habe Angst, dass all das Positive, das ich erlebe, nur der verzweifelte Versuch ist, meine auseinanderbrechende Welt zusammen zu halten.

Ich vermisse die Berge. Ich möchte einfach wieder raus hier und irgendwo weit fort mein Herz aussäen; ich werde es weiter zerreißen, rücksichtslos Stücke auf dem Weg liegen lassen, um wieder zurückzufinden; aber es fühlt sich gut an, nur wenn ich dann zuhause bin, möchte ich zurück.

Heute ist einer dieser Tage, an dem ich es bereue, geteilt zu leben. Meine friedliche Hälfte, die, die alle kennen, sie bekommt, was sie will; aber die wütende, die, die schreit, wenn es dunkel wird, die verborgen ganz tief unten wohnt, sie möchte dunkelrote Farbe an die Wände schmieren und Nadeln in Voodoopüppchen bohren und niemand gibt ihr eine Chance. Am allerwenigsten ich selbst.

Ich glaube, ganz allgemein nennt man das "Unzufriedenheit".

1 Kommentar 1.12.07 18:39, kommentieren



The Lion Sleeps Tonight

...aber ich nicht, weil ich zum ersten Mal in dieser Woche so richtig gute Laune und vor allem Zeit habe.

Da wären vier Bleche Kekse und das Abmontieren der Linse aus meinem Uraltfotoapparat, der sicher schon an die 13 Jahre auf dem Auslöser hat und langsam in die Pubertät kommt. Da wäre die Aussicht auf einer vernünftige Sportstunde am Montag, in der wir Schlittschuh laufen werden. Da wären die Verschiebung einer Klausurersatzleistung auf einen Zeitpunkt nach drei Wochen Weihnachtsferien und das Wissen, das jetzt Wochenende ist.

Morgen sehe ich meinen nun Ex-Freund wieder - zum zweiten Mal. Es wird hoffentlich nicht in das gleiche Gefühlschaos ausarten wie beim ersten Mal - da ist er lediglich im Auto an mir vorbeigefahren; und während ich mich noch fragte, ob er mich gesehen hatte, und versuchte, ihm nicht hinterherzustarren, begannen eine Menge Wörter meine Gedanken zu besetzen... Ob er traurig war oder wütend oder gleichgültig, ob er mich vermisste oder bereits froh war, mich los zu sein, denn ich vermisste ihn in diesem Moment schon.. ich wollte gern mit ihm reden und fragen, na wie gehts denn so, denn es interessierte mich wirklich; andererseits ist das eine Frage, auf die es häufig nur eine Antwort gibt - "kannst du dir doch denken". Nein, kann ich nicht. Ich konnte ihn nie sonderlich gut verstehen. Wir waren nicht auf derselben Wellenlänge.
Von ihm hatte ich auch nicht das Gefühl, dass er mich verstehen würde... also frage ich mich, warum er nicht versteht, weshalb ich Schluss gemacht habe.

Gut, morgen ist also Diskothek angesagt, und wir werden uns hoffentlich aus dem Weg gehen oder auch nicht, denn wirklich, ich bin gerade so gleichgültig ihm gegenüber (weil ich ihn lange nicht gesehen habe), dass ich wirklich gespannt bin, was ich dann fühle. Und wie er reagiert. Ist das herzlos?

2 Kommentare 7.12.07 23:46, kommentieren

There'll be hell to pay someday

Ich schaue in den Spiegel und mein Spiegelbild starrt zurück. Es spricht nicht, aber ich weiß, was es denkt: "Schlampe", will es mir am liebsten ins Gesicht schreien.

Eigentlich ist es immer ein netter Nebeneffekt gewesen, wenn man keinen Alkohol trinkt: Dass man immer genau weiß, was man tut und warum.
Nur irgendwie hat es letzte Nacht nicht ganz geklappt.

Ich fühle mich mies, mies, mies und weiß nicht, wie ich ihm gegenübertreten soll.
Viel ist nicht passiert, aber es war genug, um mein Selbstbildnis durcheinander zu bringen.
Ich erzähle mit Absicht keine Einzelheiten. Ich habe keine Lust auf Antworten wie "Das hätte ich aber nicht von dir gedacht!", denn ich kann nur sagen - ich auch nicht, verdammt nochmal.


Am liebsten würde ich ins Bett gehen und mir die Decke über den Kopf ziehen.

1 Kommentar 9.12.07 14:01, kommentieren

Hey there Delilah, what's it like in NYC?

Ha, da haben wir's.
Ich hätte es tatsächlich nicht für möglich gehalten, dass es soviel dazwischen gibt.
Aber ich werde meine Zeit nicht damit verbringen, mich hinzusetzen und die Fäden auszuknoten. Ich habe Besseres zu tun.
Ich tue einfach, als wäre alles wie immer. Wenn er etwas anderes will, hat er schlicht und einfach Pech gehabt.

Manchmal frage ich mich, ob es anders wäre, wenn ich zu dem stehen könnte, was ich denke. Wenn ich stark genug wäre, mein schnell erreichtes Luftschloss zu zerstören und in langsamer, mühseliger Arbeit eines mit festen Grundmauern zu bauen.
Aber dafür weiß ich zu wenig, ob meine Gedanken mich nicht trügen...

Es scheint, als käme alles auf einmal... aber das, was ich will, bleibt mir verwehrt.

Aber, so frage ich mich, wie kann man sich auch nur in so eine gottverdammt hoffnungslose Situation hineinsteigern? Es ist das, was ich nie gewollt habe und letztendlich bin ich meinen eigenen Befürchtungen ins Messer gelaufen.
Aber was beklage ich mich: es hätte schlimmer kommen können; denn wie es ausschaut, ist es vielleicht besser, dass nie das geschehen ist, was ich wollte.

Ich bin unzusammenhanglos. Na und.

4 Kommentare 10.12.07 21:56, kommentieren

Fröhliche Weihnacht...

...nicht überall, aber doch bei den meisten.

 
Ich habe Albträume. Ich bleibe bis vier Uhr morgens wach, um schneller einschlafen zu können, ich will weg, raus, fühle mich ausgebrannt, am Ende. Ich brauche keine Freunde, die mich beschimpfen, wenn ich meine eigenen Entscheidungen treffen möchte. Ich brauche keine Freunde, die nicht akzeptieren können, dass ich nicht ihr Eigentum bin. Ich brauche keine Freunde, die sich über jedes falsche Wort von mir aufregen und Absolution erteilt haben wollen für alles, was sie tun.

Sie brauchen nicht zu erwarten, dass ich mich für sie entscheide, wenn ich auch richtige Freunde haben kann.

1 Kommentar 25.12.07 14:13, kommentieren

Vielleicht ist ein Leben ohne mich viel leichter

"Wie ein Quadrat in einem Kreis eck' ich immer wieder an, obwohl ich doch schon lange weiß, dass sich niemals ändern kann, was sich niemals ändern wird..."

Wizo und Curse zu hören ist deprimierend. Es erinnert mich so sehr an früher... verpasste Chancen und ein halbes Jahrzehnt Zeit, mir selbst zu vergeben - nicht genutzt. Ich denke manchmal darüber nach, ob es anders gewesen wäre oder nur noch mehr weh getan hätte, wenn ich damals nicht so dumm gehandelt hätte. Vielleicht war es von Anfang an zum Scheitern bestimmt. Erwachsene Menschen können gut und gerne alle zwei Wochen hunderte von Kilometern zurücklegen, aber wir haben uns nicht ein einziges Mal getroffen. (Die einzige Person, die versteht, was ich meine, wird vielleicht sagen: Verdammt, denkst du immer noch daran? - Ja, genau das tue ich. Ich weiß, dass es vorbei ist. Dass ich es nicht mehr ändern kann. Dass ich keine Antwort auf meinen Brief bekommen werde... Aber ich bin froh darüber, was gewesen ist.)

Ich würde gerne über bestimmte Themen reden, aber es war gottverdammt einfacher, von vornherein klare Ansagen zu machen, als mit der Wahrheit erst herauszurücken, wenn zu viel auf dem Spiel steht. Aber vielleicht hätte ich mein jetziges Glück nie erreicht, wenn ich gleich ehrlich gewesen wäre...
Lauter Konjunktive. Ein weiterer vollkommen sinnloser Eintrag. Na und.

1 Kommentar 29.12.07 02:52, kommentieren