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Was kümmert uns der Rest

Irgendwie scheine ich nur zu schreiben, wenn ich nicht gut drauf bin.
Aber ich bin eigentlich ein sehr positiver und optimistischer Mensch - glaube ich zumindest.

Mein Silvester war toll. Wer auch immer das hier liest, seins hoffentlich auch.
Heute Abend war ich spazieren, hörte Musik und... ja.
"Better than me" von einer Band namens Hinder, wer das kennt oder auch nicht, fragt Youtube, lief. Ich liebe es ja sowieso. Und dann verbinde ich es mit jemand... besonderem, der mir vor über einem Jahr sagte, dass es nichts wird mit uns. Den ich nie vergessen konnte und der vor Monaten weggezogen ist und jetzt am Ende der Welt wohnt.
Vielleicht ist es gut, dass wir nie etwas angefangen haben; dass nie etwas passiert ist, was diese wundervolle traumweltenschillernde Seifenblase hätte zerstören können. Wir haben so viele schöne Momente miteinander geteilt, aber er empfand nie dasselbe. Ich nehme es ihm nicht übel: man kann Gefühle nicht erzwingen.
"Ich bin nicht gut genug für dich", sagte er einmal, und Hinder sang "You deserve much better than me", und ich nahm mein Handy und schrieb ihm eine Frohes-neues-Jahr-SMS. Mit viel Sorgfalt und meinem Namen darunter. Vergiss mich bitte nicht, schrieb ich nicht, aber es stand zwischen den Zeilen.
Dass er zurückschrieb, dass ich das Telefon kitschigerweise einen Moment lang ans Herz drückte, dass es schneite und still und wunderschön war, ist unnötig zu erwähnen.
(Es war ein Moment, der nur uns gehörte. Und den, wie so oft, nur Musik ausdrücken kann.)


Wir hatten den Moment
Den uns niemand mehr nehmen kann
Und ich denke viel zu oft daran zurück

Wir hatten den Moment
Doch irgendjemand hielt die Zeit nicht an
Es bleibt nur der Gedanke, ein kaum gelebtes Glück...

Wir hatten den Moment
In dem uns nichts und niemand störte,
In dem ich nur noch dir gehörte...

(Wise Guys)

1 Kommentar 2.1.08 02:26, kommentieren



Mal wieder

Da ist es wieder, dieses gottverdammt blöde Gefühl.
Und ich möchte mich am liebsten unter meiner Bettdecke verkriechen. Lasst mich doch alle in Ruhe damit. Leider ist es ein Thema, dem man nicht ausweichen kann.

1 Kommentar 3.1.08 01:42, kommentieren

...

Ich habe ihn heute wieder gesehen. Ich hätte schreien können. Ich bin, seltsamerweise, wütend auf ihn, immer noch. Zuerst war ich betäubt, dann traurig, ihn verletzt zu haben, und seitdem nur wütend.

Warum? Schwer zu sagen. Weil er mich zu Dingen gedrängt hat, die ich nicht wollte. Weil er mich überhaupt nicht verstanden hat und das wusste und dann meinte, es wäre ja nicht wichtig und wir könnten trotzdem zusammen sein. Weil er mir offenbar nicht zugehört hat, als ich Schluss gemacht habe, denn er schrieb mir eine SMS und fragte, ob ich ihm nicht erklären könne, was er falsch gemacht hätte.

Jedoch bereue ich nicht, was war. Wer weiß, vielleicht hätte ich noch Ewigkeiten in dem Glauben gelebt, es gäbe irgendwo einen Jungen, mit dem ich gern zusammen wäre.

1 Kommentar 10.1.08 00:21, kommentieren

Back in... confusion

"Nur eine Phase", sagte meine Mutter damals und heute traue ich mich nicht mehr zu fragen. Ich möchte gerne daran glauben. Zu gerne.
Bin ich nicht schon anders genug? Wieso kann ich nicht ein einziges Mal normal sein?
Aber ich sehe es kommen, dass ich in zwanzig Jahren mit jemandem verheiratet bin, den ich nicht liebe, und uns beide unglücklich mache.

Praktisch ist die ganze Sache besonders dann, wenn sie in meinem Kopf herumspukt und mich von wichtigeren Dingen ablenkt, wie etwa von einem Vortrag mit Klausurwichtung, den ich in drei Tagen halten muss und den ich noch nicht einmal angefangen habe.

Manchmal ist das Leben einfach verdammt gemein. Und vielleicht hab' ich es ja verdient.

1 Kommentar 13.1.08 13:34, kommentieren

Zurück ins Wunderland...

...in meine Zuckerwattewolkenwelt, wo es in Ordnung war. Wo ich kein Geheimnis daraus gemacht habe und akzeptiert wurde.
Aber das ist schon lange vorbei.
Dazwischen liegen vier Jahre, in denen ich es nicht wahrhaben wollte, verdrängt habe, in denen ich meiner Mutter Glauben schenkte, in der ich hoffe, dass es vorbei geht.

Aber es geht nicht vorbei.
Eigentlich ist es gut. Eigentlich weiß ich jetzt endlich, wer ich bin.

Aber die anderen wissen es nicht. Ich würde es ihnen gern sagen, aber ich fürchte, ich bin nicht stark genug.

1 Kommentar 20.1.08 01:02, kommentieren

Amy Winehouse hat's begriffen. Ich auch?

You go back to her
And I go back to black.

Es ist nicht meine Woche. Ich habe einen altklugen Brief an mein Ich-in-zehn-Jahren geschrieben und hoffe, dass ich ihn dann wieder finden werde; aber wenn ich daran denke, dass ich eines Tages achtundzwanzig bin, erscheint mir achtzehn so jung. Ich weiß doch noch gar nichts.

Mein hauptsächliches Problem ist Motivationsmangel. Aufräumen, Filmen, Schreiben, Fotografieren, Schularbeiten: nichts.
Sogar Lesen macht keinen Spaß mehr. Da kann man sich wirklich nur noch die Decke über den Kopf ziehen und hoffen, dass es vorbei geht. Oder man fängt einfach an.
(Neue Bücher würden auch schon helfen. Ich brauche dringend ein neues Buch.)

We only said goodbye with words
I died a hundred times.

1 Kommentar 23.1.08 16:17, kommentieren

Can you practise what you preach?

"Du scheinst dich ja prächtig amüsiert zu haben." sagt sie und meint den Jungen von gestern Abend. Ich möchte ihr den Hals umdrehen.
Was weiß sie schon? Habe ich sie jemals für das verurteilt, was sie wollte? Darf sie mir überhaupt so etwas sagen?

Ich will nichts von ihm. Nicht so. Ich will nur jemanden, der mich in den Arm nimmt und mich vergessen lässt, dass die Welt gottverdammt nochmal ein grauenhafter Ort ist. Manchmal. Mehr nicht.
Dass es falsch ist, bei ihm damit anzukommen, weiß ich selber. Ihr kann es doch egal sein.

1 Kommentar 29.1.08 10:12, kommentieren