"Heut Nacht kann ich die trübsten, traurigsten Verse schreiben..."

...schamlos Pablo Neruda zitiert.

Ja, kann ich. Denn es ist alles seltsam im Moment: Der Gedanke, dass ich bald nicht mehr hier sein werde, sondern irgendwo, wer weiß wo; und alles wird neu und groß und beängsigend sein; oder ich werde feststellen, dass es im Prinzip dasselbe ist wie hier, nur größer und grauer. Davor habe ich Angst. Weil ich manchmal diese Anwandlungen von Erkenntnis habe, in denen mir die Sinnlosigkeit meines Daseins klar vor Augen steht - weil ich mich an keinen einzigen glücklichen Moment erinnern kann, weil ich nicht mehr weiß, wie das geht: sich ehrlich über etwas freuen. Weil ich mir alles, ALLES, kaputtmache, durch meine ewigen Grübeleien und das Auseinanderpflücken und Schlechtmachen, aber aufhören kann ich damit nicht.

Ich habe mich distanziert. Meine Gefühle weggeschlossen. Im verzweifelten Versuch, mich vor dieser feindlichen Welt zu schützen, dreht sich alles nur noch um mich, mich, mich. Es ist traurig, wenn ich mit Freunden unterwegs bin und mir denke, dass ich wieder einmal bewiesen habe, wie sozial ich doch bin.

Wem ich etwas beweisen will, weiß ich nicht. Es ist ein grauenhafter Zustand. Ich würde gern wieder fühlen, empfinden; meinetwegen auch verletzt werden, aber das ist wenigstens etwas!

Und ich weiß mittlerweile, dass ich mich nicht vor der Welt schützen muss, sondern vor mir selbst: aber wie, das kann ich nicht sagen.

31.3.09 00:29

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen